Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

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Nur Online 22. November 2025

von Jürgen Meier

Der Krieg ist die Fortsetzung des ökonomischen Konkurrenzkampfes, geführt unter der Leitung einer Regierung, deren Aufgabe es ist, das Militär-/Industrie-/Energie-/Bildungs- und Gesundheitswesen, die Kirche, die Infrastruktur so auszurichten, dass die Bevölkerung einer Nation bereit ist gegen andere Völker zu kämpfen.

Wie gelingt das in einem Land, in dem über fünfzig Prozent der jungen Menschen einen Hochschulabschluss erhalten und fast die Hälfte der Bevölkerung einer christlichen Kirche angehört?1

Der Krieg und dessen Vorbereitung wird nicht Fortsetzung des Kampfes um den Weltmarkt, um Rohstoffe und Energiequellen zugunsten des Profits von Banken und Monopolen genannt. Zwischen den täglichen Nachrichten über Massenentlassungen in der Stahl- und Autoproduktion und der Kriegsplanung scheint es keine Verbindung zu geben.

Die Ökonomie des Kapitalismus, die auf der Ausbeutung von Mensch und Natur basiert, wird wie ein außerirdisches Geschöpf behandelt, das Lohnarbeiter, Kapital, Kirche und Regierung gemeinsam als Volksgemeinschaft gegen Konkurrenten schützen müssen, damit es nicht an der Überproduktion zu Tode kommt.

Wie gegen Regen ein Schirm benutzt wird, so sollen Zollschranken vor Waren aus dem Ausland schützen. Dass Zollschranken Symptome des Krieges sind, wird geleugnet.

Damit intelligente Menschen für den Krieg gewonnen werden können, müssen seine ökonomischen Wurzeln in Klammern gesetzt werden. Die Ursache des Krieges muss vom gesellschaftlichen Sein gedanklich gelöst werden. Sie wird einfach auf die Ebene des gesellschaftlichen Bewusstseins gehoben.

Auf dieser Ebene entsteht eine Ideologie unter der Regie derer, die über das Eigentum und die Macht an Medien, Kirchen, Schulen, Thinktanks und Experten aller Art verfügen, die die Ursache des Krieges verstecken.

„Der Friede ist das Meisterwerk der Vernunft!“, Kant

Auf dieser Bewusstseinsebene agiert die Logik des Denkens, die erklärt: Wenn der Gegner unsere Werte bedroht, die in vielen Ländern Europas zur Ideologie bürgerlicher Revolutionen dazugehörten, müssen wir sie militärisch verteidigen.

Werte, die für Freiheit, Vernunft, Demokratie, Menschenwürde und Individualismus standen und von Philosophen, Künstlern, Politikern, Wissenschaftlern als Naturrecht begründet wurden, beseitigten Zollschranken, ermöglichten weltweiten Handel, beendeten die Leibeigenschaften und Standesrechte und schufen ein neues Selbstbewusstsein der Menschen, das sich noch heute in großen Kunstwerken erleben lässt.

An diese Zeit, in der das gesellschaftliche Bewusstsein das gesellschaftliche Sein des Feudalismus veränderte, wollen die heutigen Ideologen anknüpfen, um ihre Kriege als Verteidigungskriege dieser Werte zu rechtfertigen.

Sie verkleiden ihre Ideologie als „ethische Bildung“, die „unerlässlich für die Einsatzbereitschaft der Streitkräfte, aber auch für einen als sinnvoll und erfüllend erlebten Dienst“2 sei.

Besonders hilfreich scheint ihnen dabei Kant zu sein. Ausgerechnet der Philosoph, von dem der Satz stammt: „Der Friede ist das Meisterwerk der Vernunft.“ Leider ist die Vernunft, zu der stets die Suche nach der Ursache eines Ereignisses gehört, längst zerstört worden.

Sie wurde durch Demagogie, Irrationalismus und Rassenhass ersetzt („Russland ruinieren“ Baerbock, „Russland wird immer ein Feind für uns bleiben“, Wadephul).

Doch mit den Hinweisen auf Aristoteles, Hegel und dem kategorischen Imperativ Kants will die Bundeswehr den Menschen beweisen, dass sie von humanistischen Geistern geleitet wird: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“3

Aus dieser Logik, die jeden Bezug auf das konkrete ökonomische Sein des krisengeschüttelten Kapitalismus in Klammern setzt, folgt für die Bundeswehr, dass nicht Geld, Macht, Genuss, sondern das Gefühl, für die Würde der Menschen, für die freiheitlich demokratische Grundordnung „tapfer einzustehen“ glücklich mache. Das nennt die Bundeswehr dann „Militär-Ethik“.

Als kategorischer Imperativ folgt aus dieser Logik: Willst du als Soldat erfolgreich die westlichen Werte verteidigen, muss deine Haltung stets eine tapfere und moralisch korrekte sein. Dann bekommst du als Anerkennung das „Ehrenkreuz“, den Orden „für Tapferkeit.“

Diese Logik versetzt die Würde des Menschen, die Demokratie und Freiheit, für die tapfer gekämpft werden soll, in einen sozial luftleeren Raum. Das Fundament des Seins wird abstrakt von der eigentlichen gesellschaftlichen Welt und all ihren Tendenzen auf die Gattungsmäßigkeit für sich logisch entstellt.

Zerstört wird nicht nur die Vernunft, sondern auch die Ethik. Was diese Logik prägt, ist die Moral vom dienenden „Staatsbürger in Uniform“, der tapfer sein Vaterland verteidigt. Die Werte, die er glaubt zu verteidigen, sind vergeistigte Werte, die schroff im Gegensatz zu den „irdisch“ ontologischen Werten stehen.

Das Reich dieser vergeistigten Werte ist das „idealisierte Reich der Bourgeoisie; dass die ewige Gerechtigkeit ihre Verwirklichung fand in der Bourgeoisjustiz; in dem die Gleichheit hinauslief auf die bürgerliche Gleichheit vor dem Gesetz; in dem als eins der wesentlichsten Menschenrechte proklamiert wurde – das bürgerliche Eigentum; und in dem der Vernunftstaat … nur ins Leben treten konnte als bürgerliche, demokratische Republik.“4

„Irdisch“ ontologische oder vergeistige Werte

Das Wertebewusstsein eines Menschen, für den die vergeistigten Werte der herrschenden Ideologie zur moralischen inneren Pflicht geworden sind, löst und entfremdet sich von seinem tatsächlichen sozialen Sein als Mensch in einer bestimmten Gesellschaft.

Er fühlt sich mit den Zielen der herrschenden Klasse und ihrer Ideologie im Einklang und vergisst, dass sein soziales Sein als Lohnempfänger darin besteht, über den Wert seiner Arbeitskraft hinaus Mehrwert für die Kapitaleigentümer zu erzeugen.

Auch ein Mensch, der seine geistigen Fähigkeiten verkaufen muss, ist nur wertvoll, wenn er die Konkurrenzbedingungen des Käufers seiner Ware Intelligenz auf dem Weltmarkt durch Rationalisierungen verbessern kann.

Die Politiker und Ideologen der vergeistigten Werte nennen diese Situation die Verteidigung der „Freiheit“ und „Würde des Menschen“. Sie beziehen ihre Werte auf den einzelnen Menschen.

„Die Würde des Menschen, die Familie mit Kindern, unsere abendländische christliche Kultur, unsere Sprache und Tradition in einem friedlichen, demokratischen und souveränen Nationalstaat des deutschen Volkes dauerhaft erhalten“,5 ist Ziel der AfD.

Wenn Kant die „Würde der Menschheit“6 als Pflicht gegen sich selbst fordert, bleibt die Moral nicht im Partikularen stecken. Sie wird zum „irdischen“ ethisch allgemeinen Wert, der nach den ökonomisch sozialen Bedingungen fragt, in denen die Menschheit sich würdelos der Ausbeutung von Mensch und Natur durch eine Minderheit hingeben muss  um zu überleben.

Das gelingt nur, wenn die Einzelnen frei von Standesrechten sind und sich flexibel den Marktbedürfnissen anpassen können. Dass die Bedingung für diese „Freiheit“ sich auf die Freiheit der Arbeitskräfte von Produktionsmitteln stützt, klammern die vergeistigten Werte aus.

In der Klassengesellschaft lösen sich die vergeistigten Werte von den „irdischen“. Mit dieser Trennung einher geht die Trennung der Moralvorstellungen.

Die Bourgeoisie und ihre Experten wollen mit ihren vergeistigten Werten eine Moral in den Menschen verinnerlichen, die ein patriotisches „Wir-Gefühl“ erzeugen soll. „Wir“ verteidigen unsere Freiheit gegen die Russen, Chinesen, Migranten, gegen das Böse. „Wir“ sind das deutsche Volk.

Die Moral der vergeistigten Werte abstrahiert stets vom konkreten Klassenwiderspruch. Da dieser aber ein objektiver ist, den jeder Lohnabhängige am eigenen Leib ganz irdisch erfährt, nämlich dann, wenn sein Lohn gekürzt, der Arbeitsplatz vernichtet, die Miete erhöht oder der Soldat gegen seinen Willen an die Front geschickt wird, entsteht eine Moral der Rebellion, des Streiks, des Widerstands, des Terrorismus.

Bleibt es aber bei solch spontanen Protesten gegen oder für bestimmte Forderungen, dann bleibt die Moral des Widerstands im partikularen gefesselt und verschwindet wieder. Wenn ein Sieg im Lohnkampf, im Kampf gegen oder für ein Gesetz gelang, ein Streik, eine Demonstration verboten wurde, dann endet der Protest, bis er erneut entflammt oder wie die Sexual-Modemoral, wenn er von Kapitalinteressen absorbiert und Teil der herrschenden Moral wird.

Das ethische Wertebewusstsein

Das ethische Wertebewusstsein entsteht nicht im Denken der Menschen, sondern in ihrem gesellschaftlichen Sein. Hier entscheiden sie als Subjekt im Arbeitsprozess mit dem Natur-Sein, was von Wert ist und ihrer Reproduktion als Menschen auf stets erweiterter Stufenleiter nutzt.

Es entstehen in diesem Prozess nützliche Gebrauchswerte. Mit gesteigerter Naturerkenntnis wächst gleichzeitig der Mehrwert in der Produktion, der im Kapitalismus privat angeeignet wird.

An dieser Stelle trennt sich das ethische Wertebewusstsein von der herrschenden Moral. Da im Kapitalismus der Klassenwiderspruch nur verdeckt in der Produktion in Erscheinung tritt, gelingt es der herrschenden Moral leicht, den objektiven Fortschritt in der Aneignung der Naturkräfte, als allgemein menschlich-ethischen Fortschritt anzupreisen.

Sie verweisen auf die Fortschritte in der Medizin und privatisieren gleichzeitig zugunsten von Monopolprofiten den Gesundheitssektor. Wie die Würde der Menschheit ist auch die Freiheit zunächst ein „irdisch“ ontologischer Wert.

Damit ist das wachsende Frei-Sein von den Naturgewalten gemeint, vor denen sich der Mensch mittels wissenschaftlicher Erkenntnisse immer besser zu schützen weiß.

Die Gesellschaft schafft einen Reichtum an Gebrauchswerten, der zur „Entdeckung, Schöpfung und Befriedigung neuer, aus der Gesellschaft selbst hervorgehender Bedürfnisse, die Kultur aller Eigenschaften des gesellschaftlichen Menschen und Produktion desselben als möglichst Bedürfnisreichen, weil Eigenschafts- und Beziehungsreichen“7 führt.

Mit der äußeren wird auch die innere Naturschranke des Menschen zurückgedrängt, dessen Bedürfnisse immer menschlicher, d.h. gesellschaftlicher, frei, bewusst und von Vernunft und Liebe geleitet werden könnten.

Diese Freiheit ermöglicht die Entwicklung aller Fähigkeiten und die Kultivierung aller Sinne des Individuums. Durch diese Freiheit entsteht ein gattungsmäßiger Reichtum, den Marx den höchsten Wert für die Menschen nannte.

Der reiche Mensch ist zugleich der einer Totalität der menschlichen Lebensäußerung bedürftige Mensch; der Mensch, in dem seine eigne Verwirklichung als innere Notwendigkeit, als Not existiert.8

Die „Freiheit“ der Marktwirtschaft, gesteuert von staatlichen Zollschranken und Kriegen, behindert diese Möglichkeiten des gattungsmäßigen Reichtums und verwandelt ihn sogar in sein Gegenteil.

Die Leugnung oder Missachtung der Klimakatastrophe macht deutlich, wie dieser objektiv mögliche Erkenntnisstand durch die herrschende Moral vernebelt wird.

Es wird an das Verhalten der „Konsumenten“ appelliert, statt die Produktionsverhältnisse zu verändern, in denen partikulare Interessen aggressiv und kriegerisch den gattungsmäßigen Reichtum und die Natur vernichten.

Bourgeoisie und Kirche ohne Ethik

Die imperialistische Bourgeoisie verfügt über keine gattungsmäßige Orientierung mehr. Ihre Ideologie ist an keine Ethik mehr gebunden, die sich auf „irdische“ Werte stützt und mit deren Verwirklichung jeder Mensch ein sinnvolles Leben für sich gestalten könnte, in dem der andere Mensch kein Konkurrent, kein Feind mehr ist, sondern in dem der Mensch dem Menschen zum Bedürfnis wird.

Die Ethik der Französischen Revolution, in der die junge Bourgeoisie mit den Prinzipien der Aufklärung für „Freiheit! Gleichheit! Brüderlichkeit“ kämpfte und die Abschaffung der Privilegien von Adel und Klerus erreichte, ist historisch überholt und vernichtet.

Auch die christliche Ethik ist verschwunden. Sie glaubte an die Überwindung des Todes durch die Auferstehung Jesus, der durch seinen Tod die bedingungslose Liebe Gottes offenbarte. Bis ins frühe Mittelalter fühlten sich die Menschen in diesem Glauben verbunden.

Die EKD9 glaubt nicht mehr an die ethische Botschaft ihres Jesus, sondern erklärt, eng verbunden mit dem Rüstungs- und Rassenwahn der Regierung, dass „Gesellschaften in einer ‚erlösungsbedürftigen Welt‘ nicht gewaltfrei funktionieren können und sich gegen bösartige Gewalt (!) schützen müssen.“

Die Erlösung wird, so die Bibel, durch den Glauben an Jesus Christus ermöglicht, dessen Lehre sich in der Bergpredigt findet. Da Jesus hier fordert, man müsse die Feinde lieben und für Verfolger beten, und lehrt, dass Gott seine Sonne über Gerechte und Ungerechte aufgehen lässt, muss die EKD ihm antworten:

Als universale politische Ethik lässt sich der Pazifismus des kategorischen Gewaltverzichts ethisch nicht legitimieren. … Der liberale Rechtsstaat ist weltweit bedroht. Von innen greifen ihn Extremist:innen an, von außen autoritäre Regime.

Evangelische Friedensethik sei „in der Gegenwart verwurzelt und zugleich hoffnungsvoll auf das Ziel des Reiches Gottes hin ausgerichtet“,10 in dem der „kommende Frieden ‚nicht an menschlichen Idealentwürfen’“ orientiert sei.

Der Versuch, die gläubigen Gefühle des Mittelalters mittels Irrationalismus zu erwärmen, um ein friedliches Leben im „endzeitlichen“ Reich Gottes zu verkünden, sind nichts als göttlich verklärte Parteinahme für eine kriegstüchtige Politik des „liberalen Rechtsstaats“.

Von Jesus und Ethik keine Spur. Dagegen verteidigte Papst Franziskus noch das Vermächtnis der Bergpredigt und forderte dazu auf, den Frieden durch „irdisch“ ethische Werte zu retten:

Es wird nie einen wahren Frieden geben, wenn wir nicht in der Lage sind, ein gerechteres Wirtschaftssystem aufzubauen.11

Die „Moral der Truppe“ ändert die Moral im Krankenhaus – ohne Ethik

„Mach, was wirklich zählt“, „Das Gefühl, wenn eine ganze Armee hinter dir steht“, „Weil Du es kannst!“, „Wir suchen Retter in Grün“, „Mit hightech Haltung zeigen!“, „Bereit für den neuen Dienst in Deiner Heimat?“, „Was zählt, wenn die Welt um uns rauer wird!“, „Voller Einsatz für den Frieden!“, „Wir dienen Deutschland“.

Die Bundeswehr wirbt so um neue, destruktive Helden, die einer Moral folgen sollen, die den Krieg will, um die Krise der kapitalistischen Wertschöpfung zu überwinden.

Werden diese „Helden“ verletzt im Krankenhaus abgeliefert, greift eine „umgekehrte Triage“. Ihre Behandlung erfolgt vor den Zivilisten. Die Front braucht sie. Alte Zivilisten sind bereits jetzt Störenfriede und Kostenfaktoren im Krankenhaus. Die werden entsprechend nicht bedingungslos behandelt.

Die Individualmedizin soll kontinuierlich auf Katastrophenmedizin umgestellt werden, so die ZMZ.12 „Medizin-Ethik“ verkommt zur Selektionsmoral. Wer leben und wer sterben kann, bestimmt die Regierung und der Profit.

Doch Ärzte geloben seit 1948 „feierlich, mein Leben in den Dienst der Menschlichkeit zu stellen … Ich werde nicht zulassen, dass Erwägungen von Alter, Krankheit oder Behinderung, Glaube, ethnischer Herkunft, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, politischer Zugehörigkeit, Rasse, sexueller Orientierung, sozialer Stellung oder jeglicher anderer Faktoren zwischen meine Pflichten und meine Patientin oder meinen Patienten treten.“13

Dieser Schwur, der mit Recht ethisch genannt werden darf, bringt die Ärzte in Widerspruch zur herrschenden Moral.

Ethisch leben

Ethische Weltbetrachtung und Lebensorientierung blickt immer auf das Ganze, auf das Allgemeine, auf die Totalität des menschheitlichen Seins. Die Ethik bleibt nicht, wie die herrschende Moral, im alltäglichen, partikularen Nützlichkeitsdenken stecken.

Der Prozess hin zur Individualisierung, weg von der Partikularisierung, ist das Streben, im FürSichSein des Menschengeschlechts fühlen, denken und handeln zu können.

Ein Prozess, dessen Ziel es ist, ohne Ausbeutung, Unterdrückung und Krieg leben zu wollen. Es ist ein Prozess, der sich auf die objektiven gattungsmäßigen Möglichkeiten der ökonomischen Reproduktion und der Reproduktion des Einzelnen bezieht, der sich von den Entfremdungen seines Lebens befreien will, um ein Leben zu gestalten das alle Sinne in gattungsmäßiger Orientierung kultiviert.

Das Wertebewusstsein verändert sich mit der Erhebung des Menschen von der Partikularität zur ethisch orientierten Individualität. Freiheit, Liebe, Vernunft, Demokratie lösen sich von ihrer partikularen, auf Konsum, Trieberfüllung, Manipulation und Wahlzettel konzentrierten Definition und erheben sich zur eigentlichen gattungsmäßigen Wertform, der Menschlichkeit.


  1. „Sozialbericht 2024“ ↩︎
  2. „Innere Führung – konkret“, Hg. Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (0811-02) ↩︎
  3. „Kategorischer Imperativ“ ↩︎
  4. MEW Bd. 20, S. 17 ↩︎
  5. AfD Grundsatz Programm ↩︎
  6. „Die Pflicht gegen sich selbst besteht darin, dass der Mensch die Würde der Menschheit in seiner eigenen Person bewahre.“ ↩︎
  7. MEW, Bd. 42, S. 323 ↩︎
  8. MEW, Bd. 40, S. 544 ↩︎
  9. „Welt in Unordnung –Gerechter Friede im Blick – evangelische Friedensethik“, 2025 ↩︎
  10. Ebenda ↩︎
  11. 11.12.2019 ↩︎
  12. „Grünbuch Zivil-Militärische Zusammenarbeit 4.0“ ↩︎
  13. „Genfer Deklaration“ ↩︎

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